Prof. Dr. Johannes Mand home / impressum / lehrveranstaltungen
SPSS

Forschungsmethoden, Evaluation, SPSS,  Mi 16.00-17.30, 107

 Wer sich (auch) für Leitungsaufgaben interessiert, sollte wissen, wie man mit Zahlen umgeht. Dies bedeutet z. B.: Man muss wissen, wie man einen Fragebogen konstruiert und auswertet. Man muss wissen, wie man empirische Studien bewertet. Man muss ggf. in der Lage sein, eine Evaluationsstudie durchzuführen. Die Lehrveranstaltung bietet Gelegenheit, entsprechende Kompetenzen zu erwerben. Hierbei wird das in diesem Metier übliche Standardprogramm (SPSS) verwendet. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Alles wird so erklärt, dass alle alles verstehen.

Tab 1: Arbeitsschritte in der empirischen Forschung
(Vortrag Mand 20.3.07)

1. Schritt: Frage entwickeln

2. Schritt: In Literaturrecherche prüfen, ob es bereits eine Antwort gibt

3. Schritt: Entscheiden, ob die Frage qualitativ oder quantitativ untersucht werden soll

4. Schritt: Erhebungsinstrument auswählen

5. Stichprobe auswählen

6. Schritt: Zugang zum Feld wählen

7. Erheben

8. Auswerten

9. Untersuchung verwerten: Hausarbeiten, Diplomarbeiten, Prüfungen, Aufsätze, Dissertationen, Bücher usw.

download tab 1

 

gutachttab9: Vorgehen bei der Literaturrecherche

1. Schritt: Frage entwickeln

2. Schritt: Geeignete Datenbank auswählen (z. B.: FIS-Bildung für Pädagogik/Heilpädagogik, Psyndex für Psychologie, Medline für Medizin, Juris für Recht, Eric für Recherchen im Bereich Pädagogik und Psychologie in den USA, VLB = buchhandel.de)

3. Schritt: Mit geeigneten Suchbegriffen suchen

4. Treffer dokumentieren (mit Suchbegriffen &  Trefferzahl speichern)

5. geeignete Veröffentlichungen auswählen (gut geeignet für einen ersten Überblick: Handbuchaufsätze, Dissertationen, Metaanalyse, Überblicksbeiträge in Zeitschriften / selten geeignet: Kongressberichte, Jubliäumsbände)

6. Recherchieren, in welchen Bibliotheken Zeitschriften  kopiert werden können oder Bücher entliehen/kopiert werden können

7. Bücher / Aufsätze beschaffen

8. Quellen bewerten (Hinweise auf Eignung bei Büchern: Publikation in seriösen/bekannten Verlag, erfolgreiches Durchlaufen eines Promotionsverfahrens, umfangreiche Verwendung von aktueller Literatur, faire und sachliche Auseinandersetzung mit anderen Meinungen, Zitation durch andere Autoren / Hinweise auf Bedeutung von Zeitschriftenaufsätze: Publikation in Zeitschriften mit Gutachtersystem, Zitation durch andere Autoren)

9. Lesen - Zusammenfassen - in Beziehung setzen: Was sind wichtige Themen im Publikationsgebiet? Was ist strittig? Worüber besteht Konsens? Was ist gut erforscht? Wo bestehen Forschungslücken?

10. Ggf. im Internet ergänzend nach Online-Publikationen mit öffentlichem Auftraggeber, Zahlen von öffentlichen Institituonen (z. B. Statistisches Bundesamt/Landesamt, Ministerien o.ä.) oder in seriösen Online-Datenbanken suchen (z. B.: bidok). Informationen von privaten Homepages, Homepages von Vereinen sind nur selten brauchbar. Lexika sind nur dann geeignet, wenn sie sich explizit an ein wissenschaftliches Publikum wenden.  

download tab gutachttab9

 

 

gutachttab10: Aufbau wissenschaftlicher Arbeiten

1. Einleitung

Fragestellung

Aufbau der Arbeit

2. Stand der Theoriediskussion / Stand der Forschung:

ggf. kurze historische Übersicht z. B. anhand von Handbuchbeiträgen (Inhaltsangabe)

Übersicht über aktuelle Veröffentlichungen  (Inhaltsangabe)

3. Methoden (nur in empirischen Arbeiten)

Methodenbeschreibung

Inhaltsangabe: Das fordern unterschiedliche Autoren in Methodenhandbüchern und Aufsätzen

Diskussion: Sind Forderungen angemessen?

4. Ergebnisse (nur in empirischen Arbeiten)

Hypothesen

Ergebnisse

5. Diskussion

Fragestellung wieder aufgreifen

Ergebnisse interpretieren (nur in empirischen Arbeiten)

Antwort formulieren

Bedeutung der Antwort / der Ergebnisse diskutieren

Hinweise für die weitere Forschung geben

download gutachttab10

 

 

Tab 15:  Prüffragen für empirische Untersuchungen

download tab 15

 

Tab 3: Merkmale quantitativer und qualitativer Untersuchungen
(
Vortrag Mand 3.4.07)

Typische Merkmale qualitativer Untersuchungen

Typische Merkmale quantitativer Untersuchungen

  1. kleine Stichproben, die z. B. auf Basis im Rahmen von ersten Erkundungen erhobenen Empfehlungen zusammengestellt werden
  2. Erhebungsinstrumente: Expertengespräche, Narrative/Leitfaden gestützte Interviews, teilnehmende Beobachtung
  3. interpretative Auswertungsverfahren (mehrere Durchgänge)
  4. Herstellung von Objektivität/Validität durch Auswertung im Team, kommunikative Validierung
  5. Design: Querschnitt und Längsschnitt
  1. große Stichproben (berechnet nach Zufallszahlen oder Totalerhebungen)
  2. Erhebungsinstrumente: Fragebogen, standardisierte Testverfahren, Zeitreihenbeobachtung, Experiment
  3. Methoden der deskriptiven Statistik und Prüfstatistik
  4. Herstellung von Objektivität z. B. durch den Einsatz von mehreren Auswertern und Berechnung der Auswerterübereinstimmung
  5. Design: Querschnitt und Längsschnitt, Pretest-Posttest-Studien mit und ohne Kontrollgruppe, Replikationsstudien

download tab 3

 

Tab 3a Essentials der Fragebogenkonstruktion Vortrag Mand 16.10.07

Unterschiedliche Fragetypen vorsehen: Ja/Nein Fragen, Schätzskalen, Polaritätsprofile, Prozent-Fragen

keine zwei Fragen in eine Frage zusammenfassen

immer auch sozialstatistische Daten erheben (Alter, Geschlecht, Semesterzahl, Kinder usw.)

Fragebogen darf nicht zu lang werden (1-2 Seiten)

Fragebogen muss auf Stand der Theoriediskussion/Forschung sein (also aus den Fehlern alter Untersuchungen lernen, das fragen, was zu derzeit aktuellen Konzepten der Theoriediskussion passt)

Fragen immer so stellen, dass sozial erwünschte Antwortalternativen nicht offensichtlich sind

Fragebogen so konstruieren, dass dies nicht zu Abbruch der Befragung führt

keine Suggestivfragen

Platz lassen für spätere Nummerierung der Fragebogen

offene Fragen implizieren erheblichen Aufwand bei der Auswertung

Fragebogen in kleinerer Stichprobe (Pilotstudie) testen

downoad tab 3a

 

 

 Tab 4: Datenqualität und Fragetypen

(Vortrag Mand 3.4.07)

Skalenniveau

Daten

erlaubte Auswertungs- verfahren

 

Nominalniveau

ja-nein- Daten

Häufigkeiten / Kreuztabellen, Chi-Quadrat (bei mittleren und großen Stichproben), Fisher (bei kleinen Stichproben)

Geschlecht:
männlich / weiblich

Studienfach

Ordinalniveau

größer- kleiner- Daten

Median, Modalwert

Rangkorrelation

Wie oft lesen Sie Texte zur Vorbereitung von Lehrveranstaltungen?

nie - selten - machmal häufig - sehr häufig

Bitte bewerten Sie die mittlere methodische Vielfalt der Lehrveranstaltung ... (alle Sitzungen).

Intervallniveau oder metrisches Niveau

Mess- daten

Arithmetisches Mittel, Standardabweichung

Korrelation (Spearman), Regression, Faktorenanalyse usw.

Wie alt sind Sie?

Wie viel Lehrveranstaltungen besuchen Sie in diesem Semester?

Wie hoch ist bis heute der Anteil von Lehrveran- staltungssitzungen in den von Ihnen besuchten Veranstaltungen, die nicht stattgefunden haben?

donwload tab 4

 

Tab 5: Dimensionen für die Evaluation von Lehrveranstaltungen nach Bagel/Hage (2000, 217 f.)

  1. Zuwendung (Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Lehrenden, Sensibilität für die Reaktion der Studierenden, Toleranz für andere Blickwinkel, Zugänglichkeit für Kritik, Respekt und Ermutigung gegenüber Studierenden)
  2. Fairness bei Benotungen und Prüfungen
  3. Kommunikationsfähigkeit (Fähigkeit der Lehrenden, abstrakte und komplexe Theorien darzustellen, zu erklären und auf die Stoffadäquatheit zu achten, Tempo und Prägnanz der Wissensvermittlung, Verwendung von Hilfsmitteln, akustische Verständlichkeit)
  4. Kurs / Stofforganisation (thematische Schwerpunkte und ihr Zusammenhang zum Kurs, zur Systematik und Zeitökonomie, zur Koordination und Vororientierung einer Veranstaltung)
  5. Stimulierung (Fähigkeit, das Interesse und die Eigeninitiative der Studierenden zu wecken).
  6. “Enthusiasmus” oder Dynamik, Charisma und Anziehungskraft eines Dozenten
  7. Variablität vs Monotonie der Veranstaltung (als wichtige Voraussetzung, längere eit aufmerksam zu bleiben.
  8. Kurswert (Bedeutung des Kursmaterials, Prüfungsrelevanz, Theorie-Praxis-Verhältnis).

download tab 5

 

Tab 6: Korrelation zwischen zwei Variablen (Var 1 und Var 2) nach Pearson (r)

Summe: (Messwerte minus Arith. Mittel Var 1) x (Messwerte minus Arith, Mittel Var2)
-------------------------------------------------------------------------------------------------
(n-1) x Standardabweichung Var 1 x Standardabweichung Var 2

Die Berechnung setzt Intervallniveau bei beiden Variablen voraus.

Korrelationskoeefizienten können zwischen +1 (positiver Zusammenhang) und - 1 (negativer Zusammenhang) schwanken

download tab 6

 

Tab 7: Rangkorrelation zwischen zwei Variablen (R)

            6 x Summe der quadrierten Rangplatzdifferenzen zwischen Var 1 und Var 2
R = 1 - -------------------------------------------------------------------------------------
                                                          n x ((n x n) -1)

Die Berechnung setzt Ordninalniveau voraus.

Korrelationskoeffizienten können zwischen +1 (positiver Zusammenhang) und - 1 (negativer Zusammenhang) schwanken

download tab 7

 

 

 

Tab 8: Kreuztabellen

 

Unabhängige Variablen wie Geschlecht, Unterschichtzugehörigkeit usw.

 

Jungen

Mädchen

abhängige Variablen, also Variablen, die von den unabhängigen V. beeinflusst werden

kein Sonder- schul-
besuch

Prozent

Prozent

Sonder-
schul- besuch

Prozent

Prozent

 

N

N

Irrtumswahrscheinlichkeit

< 5 % (SPSS: .05) = signifikant

< 1 % (SPSS: .01) = hoch signifikant

download tab 8

 

TaB 9: Vergleich theoretischer und empirischer Verteilung
nach Clauss/Ebner 1985, 214 ff.

Chi-Quadrat-Methode:

               Quadrierte Summe der (beobachtete Häufigkeiten minus Summe erwarteter Häufigkeiten)
Chi-Q. = -------------------------------------------------------------------------------------------------
                              erwartete Häufigkeiten

Würfelbeispiel: Fragestellung: Hat jede Augenzahl die gleiche Wahrscheinlichkeit?

Nullhypothese: Es handelt sich um einen homogenen Würfel.

Würfel

beobachtete Häufigkeit

erwartete Häufigkeit

beobachtete minus erwartete Häufigkeit

(beobachtete minus erwartete Häufigkeit)2

Chi-Quadrat

1

40

50

-10

100

2

2

55

50

5

25

0,5

3

51

50

1

1

0.02

4

49

50

1

1

0.02

5

46

50

-1

16

0.32

6

59

50

9

81

1.62

Summe

300

300

   

4,48

Freiheitsgrade berechnen: 6-1 = 5

kritischer Wert (in Abhängigkeit von akzeptierter Irrtumswahrscheinlichkeit / z. B. 5 % / und Freiheitsgrade) in Chi-Quadrat-Tafel nachschlagen

Die Wahrscheinlichkeit, einen Chi-Quadrat-Wert zu erhalten, der dem kritischen Wert entspricht oder diesen Wert zu überschreitet, entspricht 5 %. Dies bedeutet: Es besteht kein Grund die Nullhypothese zurückzuweisen.

download tab 9

 

Tab 10: Effektstärke nach Walter 2002

         _______Mittelwertsdifferenz zwischen V- und Kontrollgruppe

Effektstärke = --------------------------------------------------------------------------

       ________Standardabweichung Kontrollgruppe

Eine ES .20 ist klein, Eine ES .50 ist moderat. Eine ES von > .80 ist groß

download tab 10

download spss uebungsmaterial

download SPSS-Uebungsbeispiel.sav

download SPSS-Uebungsbeispiel2