Forschungsmethoden, Evaluation, SPSS, Mi 16.00-17.30, 107
Tab 1: Arbeitsschritte in der empirischen Forschung |
|---|
1. Schritt: Frage entwickeln 2. Schritt: In Literaturrecherche prüfen, ob es bereits eine Antwort gibt 3. Schritt: Entscheiden, ob die Frage qualitativ oder quantitativ untersucht werden soll 4. Schritt: Erhebungsinstrument auswählen 5. Stichprobe auswählen 6. Schritt: Zugang zum Feld wählen 7. Erheben 8. Auswerten 9. Untersuchung verwerten: Hausarbeiten, Diplomarbeiten, Prüfungen, Aufsätze, Dissertationen, Bücher usw. |
gutachttab9: Vorgehen bei der Literaturrecherche |
|---|
1. Schritt: Frage entwickeln 2. Schritt: Geeignete Datenbank auswählen (z. B.: FIS-Bildung für Pädagogik/Heilpädagogik, Psyndex für Psychologie, Medline für Medizin, Juris für Recht, Eric für Recherchen im Bereich Pädagogik und Psychologie in den USA, VLB = buchhandel.de) 3. Schritt: Mit geeigneten Suchbegriffen suchen 4. Treffer dokumentieren (mit Suchbegriffen & Trefferzahl speichern) 5. geeignete Veröffentlichungen auswählen (gut geeignet für einen ersten Überblick: Handbuchaufsätze, Dissertationen, Metaanalyse, Überblicksbeiträge in Zeitschriften / selten geeignet: Kongressberichte, Jubliäumsbände) 6. Recherchieren, in welchen Bibliotheken Zeitschriften kopiert werden können oder Bücher entliehen/kopiert werden können 7. Bücher / Aufsätze beschaffen 8. Quellen bewerten (Hinweise auf Eignung bei Büchern: Publikation in seriösen/bekannten Verlag, erfolgreiches Durchlaufen eines Promotionsverfahrens, umfangreiche Verwendung von aktueller Literatur, faire und sachliche Auseinandersetzung mit anderen Meinungen, Zitation durch andere Autoren / Hinweise auf Bedeutung von Zeitschriftenaufsätze: Publikation in Zeitschriften mit Gutachtersystem, Zitation durch andere Autoren) 9. Lesen - Zusammenfassen - in Beziehung setzen: Was sind wichtige Themen im Publikationsgebiet? Was ist strittig? Worüber besteht Konsens? Was ist gut erforscht? Wo bestehen Forschungslücken? 10. Ggf. im Internet ergänzend nach Online-Publikationen mit öffentlichem Auftraggeber, Zahlen von öffentlichen Institituonen (z. B. Statistisches Bundesamt/Landesamt, Ministerien o.ä.) oder in seriösen Online-Datenbanken suchen (z. B.: bidok). Informationen von privaten Homepages, Homepages von Vereinen sind nur selten brauchbar. Lexika sind nur dann geeignet, wenn sie sich explizit an ein wissenschaftliches Publikum wenden. |
|
gutachttab10: Aufbau wissenschaftlicher Arbeiten |
|---|
|
1. Einleitung Fragestellung Aufbau der Arbeit 2. Stand der Theoriediskussion / Stand der Forschung: ggf. kurze historische Übersicht z. B. anhand von Handbuchbeiträgen (Inhaltsangabe) Übersicht über aktuelle Veröffentlichungen (Inhaltsangabe) 3. Methoden (nur in empirischen Arbeiten) Methodenbeschreibung Inhaltsangabe: Das fordern unterschiedliche Autoren in Methodenhandbüchern und Aufsätzen Diskussion: Sind Forderungen angemessen? 4. Ergebnisse (nur in empirischen Arbeiten) Hypothesen Ergebnisse 5. Diskussion Fragestellung wieder aufgreifen Ergebnisse interpretieren (nur in empirischen Arbeiten) Antwort formulieren Bedeutung der Antwort / der Ergebnisse diskutieren Hinweise für die weitere Forschung geben |
|
Tab 15: Prüffragen für empirische Untersuchungen |
|
Bearbeitet die Untersuchung eine relevante Fragestellung?
Ist die Fragestellung von anderen Untersuchungen untersucht worden? Sind diese Untersuchungen in Stichprobe, Methodik vergleichbar und kommen sie zu gleichen Ergebnissen?
Ist die Stichprobe der Untersuchung nach nachvollziehbaren Kriterien (qualitative Sozialforschung) ausgewählt worden, oder handelt es sich um eine nach Berechnung von Zufallszahlen ausgewählte Stichprobe angemessener Größe bzw. liegt eine Totalerhebung vor (quantitative Sozialforschung)? Werden Zahlen zum Rücklauf angegeben?
Welche Auswirkungen hat der gewählte Zugang zum Feld?
Ist ein der Forschungsfrage angemessenes Erhebungsinstrument ausgewählt worden (Wird untersucht, was angeblich untersucht werden soll)?
Ist ein der Forschungsfrage angemessenes Auswertungsverfahren ausgewählt worden (quantitative Sozialforschung: Dürfen die statistischen Analyseverfahren angewendet werden? Wird die Auswerterübereinstimmung berechnet und angegeben? Ist sie angemessen?).
Sind die in der Auswertung verwendeten Variablen angemessen definiert?
Gibt es Fehler in der Berechnung?
Laesst sich aus den gefundenen Ergebnissen das ableiten, was abgeleitet wird? |
Tab 3: Merkmale quantitativer und qualitativer Untersuchungen |
|
|---|---|
Typische Merkmale qualitativer Untersuchungen |
Typische Merkmale quantitativer Untersuchungen |
|
|
Tab 3a Essentials der Fragebogenkonstruktion Vortrag Mand 16.10.07 |
|---|
Unterschiedliche Fragetypen vorsehen: Ja/Nein Fragen, Schätzskalen, Polaritätsprofile, Prozent-Fragen keine zwei Fragen in eine Frage zusammenfassen immer auch sozialstatistische Daten erheben (Alter, Geschlecht, Semesterzahl, Kinder usw.) Fragebogen darf nicht zu lang werden (1-2 Seiten) Fragebogen muss auf Stand der Theoriediskussion/Forschung sein (also aus den Fehlern alter Untersuchungen lernen, das fragen, was zu derzeit aktuellen Konzepten der Theoriediskussion passt) Fragen immer so stellen, dass sozial erwünschte Antwortalternativen nicht offensichtlich sind Fragebogen so konstruieren, dass dies nicht zu Abbruch der Befragung führt keine Suggestivfragen Platz lassen für spätere Nummerierung der Fragebogen offene Fragen implizieren erheblichen Aufwand bei der Auswertung Fragebogen in kleinerer Stichprobe (Pilotstudie) testen |
|
Tab 4: Datenqualität und Fragetypen (Vortrag Mand 3.4.07) |
|||
|---|---|---|---|
|
Skalenniveau |
Daten |
erlaubte Auswertungs- verfahren |
|
|
Nominalniveau |
ja-nein- Daten |
Häufigkeiten / Kreuztabellen, Chi-Quadrat (bei mittleren und großen Stichproben), Fisher (bei kleinen Stichproben) |
Geschlecht: Studienfach |
|
Ordinalniveau |
größer- kleiner- Daten |
Median, Modalwert Rangkorrelation |
Wie oft lesen Sie Texte zur Vorbereitung von Lehrveranstaltungen? nie - selten - machmal häufig - sehr häufig Bitte bewerten Sie die mittlere methodische Vielfalt der Lehrveranstaltung ... (alle Sitzungen). |
|
Intervallniveau oder metrisches Niveau |
Mess- daten |
Arithmetisches Mittel, Standardabweichung Korrelation (Spearman), Regression, Faktorenanalyse usw. |
Wie alt sind Sie? Wie viel Lehrveranstaltungen besuchen Sie in diesem Semester? Wie hoch ist bis heute der Anteil von Lehrveran- staltungssitzungen in den von Ihnen besuchten Veranstaltungen, die nicht stattgefunden haben? |
Tab 5: Dimensionen für die Evaluation von Lehrveranstaltungen nach Bagel/Hage (2000, 217 f.) |
|---|
|
Tab 6: Korrelation zwischen zwei Variablen (Var 1 und Var 2) nach Pearson (r) |
Summe: (Messwerte minus Arith. Mittel Var 1) x (Messwerte minus Arith, Mittel Var2) |
Die Berechnung setzt Intervallniveau bei beiden Variablen voraus. |
Korrelationskoeefizienten können zwischen +1 (positiver Zusammenhang) und - 1 (negativer Zusammenhang) schwanken |
Tab 7: Rangkorrelation zwischen zwei Variablen (R) |
6 x Summe der
quadrierten Rangplatzdifferenzen zwischen Var 1 und Var 2 |
Die Berechnung setzt Ordninalniveau voraus. |
Korrelationskoeffizienten können zwischen +1 (positiver Zusammenhang) und - 1 (negativer Zusammenhang) schwanken |
Tab 8: Kreuztabellen |
|||
|---|---|---|---|
Unabhängige Variablen wie Geschlecht, Unterschichtzugehörigkeit usw. |
|||
Jungen |
Mädchen |
||
abhängige Variablen, also Variablen, die von den unabhängigen V. beeinflusst werden |
kein Sonder- schul- |
Prozent |
Prozent |
Sonder- |
Prozent |
Prozent |
|
N |
N |
||
Irrtumswahrscheinlichkeit < 5 % (SPSS: .05) = signifikant < 1 % (SPSS: .01) = hoch signifikant |
|||
TaB 9: Vergleich theoretischer und empirischer Verteilung |
|||||
|---|---|---|---|---|---|
Chi-Quadrat-Methode: Quadrierte Summe der (beobachtete Häufigkeiten minus Summe erwarteter Häufigkeiten) |
|||||
Würfelbeispiel: Fragestellung: Hat jede Augenzahl die gleiche Wahrscheinlichkeit? |
|||||
Würfel |
beobachtete Häufigkeit |
erwartete Häufigkeit |
beobachtete minus erwartete Häufigkeit |
(beobachtete minus erwartete Häufigkeit)2 |
Chi-Quadrat |
1 |
40 |
50 |
-10 |
100 |
2 |
2 |
55 |
50 |
5 |
25 |
0,5 |
3 |
51 |
50 |
1 |
1 |
0.02 |
4 |
49 |
50 |
1 |
1 |
0.02 |
5 |
46 |
50 |
-1 |
16 |
0.32 |
6 |
59 |
50 |
9 |
81 |
1.62 |
Summe |
300 |
300 |
4,48 |
||
Freiheitsgrade berechnen: 6-1 = 5 |
|||||
kritischer Wert (in Abhängigkeit von akzeptierter Irrtumswahrscheinlichkeit / z. B. 5 % / und Freiheitsgrade) in Chi-Quadrat-Tafel nachschlagen Die Wahrscheinlichkeit, einen Chi-Quadrat-Wert zu erhalten, der dem kritischen Wert entspricht oder diesen Wert zu überschreitet, entspricht 5 %. Dies bedeutet: Es besteht kein Grund die Nullhypothese zurückzuweisen. |
|||||
Tab 10: Effektstärke nach Walter 2002 |
|---|
_______Mittelwertsdifferenz zwischen V- und Kontrollgruppe Effektstärke = -------------------------------------------------------------------------- ________Standardabweichung Kontrollgruppe Eine ES .20 ist klein, Eine ES .50 ist moderat. Eine ES von > .80 ist groß |